Traumatherapie: Wenn die Seele den Körper nicht vergisst
Manche Erfahrungen hinterlassen Spuren, die wir nicht sofort verstehen. Ein Sturz, eine Operation, ein Verlust oder langanhaltender Stress – manchmal wirken solche Ereignisse wie ein unsichtbarer Filter auf unser Leben. Sie rauben Energie, lösen unerklärliche Symptome aus oder lassen uns in ständiger Anspannung verharren.
Für wen ist Somatic Experiencing (SE)® geeignet?
SE kann bei einer Vielzahl von Beschwerden helfen, die oft mit unverarbeiteten Belastungen zusammenhängen – ob nach Unfällen, Operationen, Verlust oder chronischem Stress. Typische Anzeichen sind:
- Körperliche Symptome ohne medizinische Ursache (z. B. Schwindel, Schlafstörungen, chronische Schmerzen)
- Psychische Belastungen wie Ängste, Panikattacken oder emotionale Überflutung
- Verhaltensmuster, die Sie einschränken (z. B. ständige Hab-Acht-Stellung, Perfektionismus, Erschöpfung)
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Weitere InformationenSomatic Experiencing (SE)® geht davon aus, dass Trauma im Nervensystem gebunden bleibt, wenn Kampf, Flucht oder Erstarrung nicht abgeschlossen werden konnten. Eine Sitzung beginnt mit Sicherheit, Orientierung und Ressourcen. Erst danach nähert man sich in kleinen Schritten dem Belastenden. Gearbeitet wird nur mit dem, was von selbst auftaucht. Die Klient:innen bestimmen Anliegen und Tempo. Nichts wird vorgegeben oder gedeutet.
Im Mittelpunkt steht die Körperwahrnehmung, etwa mit der Frage: Was spüren Sie gerade? Jede Antwort ist richtig, auch wenn nichts zu spüren ist. Eine Übung zu gesunden Grenzen besteht darin, Stopp zu sagen, wenn sich die therapeutische Person nähert. Beim sogenannten Pendeln wechselt die Aufmerksamkeit zwischen angenehmen und belastenden Inhalten, damit das Nervensystem neu reagieren lernt. So kann sich eine unterbrochene Körperreaktion vollenden. Die Sitzung endet mit einer neuen Erkenntnis und der bewussten Rückkehr ins Hier und Jetzt.
Wie läuft eine Somatic-Experiencing (SE)®-Sitzung ab?
Eine Sitzung beginnt dort, wo Sie gerade stehen. Zuerst geht es um Sicherheit, Orientierung und das, was Ihnen Kraft gibt. Erst dann nähert man sich behutsam dem, was belastet. Gearbeitet wird nur mit dem, was von selbst auftaucht, sei es ein Gedanke, ein Bild oder eine Empfindung im Körper. Ob Sie lieber sitzen oder stehen, worum es gehen soll und in welchem Tempo, bestimmen Sie. Am Ende jeder Sitzung steht das Ankommen im Hier und Jetzt.
Im folgenden Video wird anschaulich erklärt, wie eine Sitzung abläuft und warum es dabei kein Richtig oder Falsch gibt.
